Methoden

Wingwave - bitte winken

Träumen ist das älteste und natürlichste Stressmanagement, das wir kennen: Wenn wir schlafen, verarbeiten wir die Erlebnisse unseres Alltags. Dieser Verarbeitungsprozess findet in den sogenannten REM-Schlafphasen statt. REM steht für Rapid Eye Movement: schnelle Augenbewegungen. Das sind die Phasen im Traumschlaf, in denen sich unsere Augen bei geschlossenen Lidern schnell hin und her bewegen.

Die Wingwave-Methode - englisch für „Flügelschlag“ - setzt genau an diesem Prinzip an und führt die Augenbewegungen im Wachzustand durch. Das beschleunigt die Verarbeitung emotionaler Blockaden und belastender Gefühle.


Was ist Wingwave?

Wingwave ist eine hochwirksame Coachingmethode, die auf schnellen Augenbewegungen basiert, welche wir in den sogenannten REM-Schlafphasen erleben. Der Vorteil dieser Methode: Unsere körpereigenen Mechanismen und natürlichen Selbstheilungskräfte werden aktiviert. Das ermöglicht einen raschen Zugang zur Bearbeitung belastender Bilder, Erinnerungen, Gefühle oder Gedanken.

Wie funktioniert Wingwave?

Bei einem Coaching mit Wingwave führe ich mit meinen Fingern schnelle Links-Rechts-Bewegungen vor den Augen des Kunden durch, der diesen Bewegungen mit seinen Augen folgt. Die von mir angeleiteten Augenbewegungen bewirken eine schnelle Auflösung belastender Gefühle oder Erlebnisse des Kunden, um diese emotional besser „verdauen“ zu können - also limbisch einzusortieren.

Wofür wird Wingwave eingesetzt?

Ich setze Wingwave gern bei der Bewältigung spezieller Ängste (Fliegen, Auftritt, Autofahren, Prüfung, Höhe), emotionaler Konflikte, belastender Erlebnisse oder bei Leistungsblockaden ein.

Wingwave ist hervorragend geeignet, um unangenehme Erlebnisse aus der Vergangenheit zu bewältigen oder sich auf zukünftige Herausforderungen besser vorzubereiten. Außerdem erleichtert ein Wingwave-Coaching das Erreichen von Spitzenleistungen im Job oder Sport, weil konkrete Hemmnisse oder Ängste in diesen Bereichen aufgelöst werden.

Wingwave

Wie läuft ein Wingwave-Coaching ab?

Hier kommt ein typischer Wingwave-Ablauf in Kurzform:

1. Problem hervorrufen

Als erstes fokussiert sich der Kunde auf das ihn belastende Gefühl: „Welches störende Thema will ich angehen? Wie unangenehm ist es auf einer Skala von 0 bis 10? Wo fühlt es sich unangenehm an im Körper?“

2. Vorbereitung

Welche Belastungen, Situationen und Themen sind gerade besonders präsent? Mein innerer Kompass: Wie geht es dem Kunden, wenn er in Kontakt mit seinem Problem kommt? Und wie geht es ihm nach dem Wingwave-Coaching?

3. Bewertung des Problems

Ich frage den Kunden häufig: „Welche belastenden Gedanken haben Sie mit dem Problem? Was denken Sie über sich und was wollen Sie stattdessen über sich denken?“

4. Desensibilisierung mittels Winken

Das belastende Thema wird gedanklich und emotional fokussiert. Das ist wichtig, weil der Stress im Gehirn zur Reduzierung aktiviert sein muss. Dann geht es los: Ich führe mit meinen Fingern Winkbewegungen durch, denen der Kunde nur mit seinen Augen folgt. Diese Links-Rechts-Reize simulieren die REM-Schlafphasen und werden ca. 30 Sekunden lang wiederholt, die subjektive Belastung beim Kunden nimmt in dieser Zeit deutlich ab.

5. Stabilisierung

Statt der ursprünglich belastenden wird durch das Winken zunehmend eine neue, stärkende und positive Vorstellung des ursprünglich problematischen Themas erzeugt und stabilisiert. Also: Wie denkt der Kunde nun über sich und sein Thema? Wie geht es dem Kunden jetzt, wenn er an sein Thema denkt? Welche physiologische Veränderung taucht auf? Die unangenehmen Empfindungen im Angesicht des Problems sind nun in der Regel stark reduziert oder sogar vollständig verschwunden.

6. Abschlussbesprechung und Erfolgskontrolle

Gibt es noch weitere Themen, die belastend sind? Wie kann der Kunde den Erfolg nun in der Zukunft stabilisieren und überprüfen? Wie geht er zukünftig mit der ursprünglich belastenden Situation um?

Wann kann ich Wingwave einsetzen?

Wenn eine der folgenden Aussagen auf Sie zutrifft, kann Ihnen Wingwave helfen, Ihre Situation zu verbessern und belastende Gefühle aufzulösen:

  • Ich leide unter konkreten Ängsten
  • Ich habe Flugangst
  • Ich habe Panikattacken
  • Ich habe Schlafstörungen
  • Ich würde gern…, schaffe es aber nicht
  • Ich leide unter einem Konflikt
  • Ich habe etwas schon so oft besprochen, aber es geht nicht vorbei
  • Ich stehe mir selbst immer im Weg

Was gibt es für Erfolgsgeschichten?

Mit Leidenschaft coache ich Menschen, die sich erfolgreich verändern wollen. Das Vorhaben ist durchaus komplex, zumal wir Menschen häufig Ängste vor konkreten Veränderungen haben.

Einmal suchte mich ein Kunde auf, der unter Prüfungsängsten litt. Meistens denkt man dabei an Studierende oder Schüler. Nach meiner Erfahrung sind auch Menschen betroffen, die zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden oder sich vor der wohlverdienten Beförderung noch einigen Fragen der Geschäftsführung stellen müssen.

So erging es auch dem erwähnten Kunden, dem in einem großen Unternehmen eine Führungsposition angeboten wurde. Obwohl er mit diesem Angebot rechnete, löste das nun bevorstehende Assessment-Center doch einige Ängste in ihm aus.

Ein rein faktisches Analysieren der Situation oder strategisches Vorbereiten auf dieses Personalauswahlverfahren reichen bei starken Ängsten niemals aus. Es geht letztlich darum, das eigene Können und die persönlichen Ziele in Einklang mit den Anforderungen der Firma zu bringen. Das ist jedoch erst durch Auflösung der belastenden Gefühle und einschränkenden Glaubenssätze bezüglich des bevorstehenden Assessment-Centers möglich.

Zunächst erarbeiteten wir gemeinsam die Glaubenssätze, die der Kunde im Hinblick auf seine neue Position hatte. Beispiele dafür sind: „Ich versinke dann in Arbeit.“ Oder: „Andere können das vielleicht, ich jedoch nicht.“ Ein weiterer Glaubenssatz lautete: „Ich habe es nicht verdient, so viel Geld zu verdienen.“

Diese aufkeimenden Zweifel und Selbstabwertungen lassen sich am besten mit den Selbstannahmeübungen beheben, die ich aus der PEP kenne. So war es schnell möglich, positive Aussagen zum Thema „erfolgreich als Führungskraft“ zu finden. Dabei ist es natürlich immer wichtig, die individuellen Stärken, Erfahrungen und Fähigkeiten mit einzubeziehen.

Nachdem wir die „Energiefresser“ in Form von Zweifeln, erwarteten Stolpersteinen, Selbstvorwürfen und Selbstabwertungen durch diese Selbstannahmeübungen deutlich reduzieren konnten, begann die eigentliche Wingwave-Sequenz.

Dabei folgte der Klient mit seinen Augen meinen Fingern, die ich vor seinen Augen schnell von links nach rechts bewegte. Gleichzeitig konzentrierte sich der Klient auf das ihn belastende Thema, in diesem Fall also das bevorstehende Assessment-Center.

Dieses „Augenturnen“ lässt sich übrigens auch allein ohne Coach durchführen: Man fixiert mit den Augen zwei Punkte am Horizont, im parkenden Auto oder am Arbeitsplatz und bewegt die Augen schnell von dem einen Punkt zum anderen hin und her. Ein Durchlauf dauert ca. 30 Sekunden, die Augen werden schnellstmöglich bewegt. Achtung: Manchmal wird einem kurz schwindelig, das geht jedoch rasch wieder vorbei.

Nach dem Winken prüfe ich jedes Mal, wie es dem Kunden geht. Was ist jetzt anders? Welcher Gedanke oder welches Gefühl meldet sich? Wo im Körper hat das veränderte Gefühl eine Resonanz?

Nach einer weiteren Sitzung mit der Wingwave-Methode war das Thema für den Klienten erledigt. Woran mache ich so etwas fest? Die innere Haltung änderte sich grundlegend: „Ich werde gebraucht.“ „Ich habe etwas zu bieten.“ Und: „Jetzt würdige ich meine Familie dadurch, dass ich das Beste aus mir mache.“ Oder: „Jetzt mute ich mich dem Vorstand als erwachsener, gestandener und kompetenter Mann zu.“

Am meisten fiel mir die deutlich veränderte Körperhaltung auf. Sie strahlte nun gesunde, selbstbewusste Zuversicht aus. Der Körper ist eben nicht „korrumpierbar“, anders als unser Geist.